Training Port Camargue, 29.3. - 4.4.2026
Sehr windige Woche. Ab und zu zu viel. Die wenigen Fenster mit weniger Wind wurden gut genutzt. In der UCPA liess es sich wie üblich gut leben.
Wir gehen nach Port Camargue um auch Starkwind zu trainieren. Diesmal gab es praktisch nur das. Es war schon in der Wochenprognose vorauszusehen, dass segeln wegen zu viel Wind bis zur Wochenmitte nicht oft gehen würde… 9 Teams waren schliesslich anwesend.
Die Boote blieben nach Ankunft am Samstag mehrheitlich auf den Trailern, Masten gelegt. Für Sonntag waren über 40 Knoten Mistral angesagt. Beim ersten Briefing kamen die Trainer Tim und Malcom mit den verschiedenen Wettermodellen und wir schauten, wann während der Woche Fenster mit segelbaren Bedingungen aufgehen könnten. Das war am wahrscheinlichsten am frühen Morgen der Fall, mit erster Möglichkeit am Montag ab 9 bis gegen Mittag.
Der Sonntag wurde genutzt für Theorie zu Wetter, Starkwind-Technik, Bootvorbereitung und etwas Yoga.
Am Montagmorgen machte der Sturm tatsächlich etwas Pause. Bei 10-15 kn konnten ein paar Runden gedreht werden, bis sich die Böen rasant verstärkten und besser die Heimfahrt angetreten wurde. Die Hafeneinfahrt konnte das erste Mal getestet werden… Am Nachmittag tobte der Mistral weiter. Zu ersten Videoanalysen machte Tim Verbesserungsvorschläge. Es ging meist um das Abflachen der Segel durch Baumniederholer, Cunningham, Fockholepunkt und Koordination von Grossschot und Pinne. So hatten alle etwas zum Ausprobieren bei der nächsten Session.

Die wurde am Dienstagmorgen möglich. Schon beim Auslaufen war der Wind stärker als am Vortag und die Stärke nahm noch etwas früher zu. Also wieder Abbruch und Vorwind durch die enge Hafeneinfahrt zurück. Am Nachmittag gab es Zeit für mehr Theorie. Die Videos zeigten deutliche Fortschritte vom ersten Tag. Also zählt jede Stunde auf dem Wasser. Auch um Selbstvertrauen zu gewinnen.
Auch am Mittwoch war ein sehr frühes Fenster auszumachen. Erklären, warum es diese Fenster am Morgen gab, konnte niemand wirklich, auch die Windspezialisten von SRF nicht. Am wahrscheinlichsten erscheint, dass es aus einer Kombination von Topopgrafie und Thermik resultiert. Also raus um 8.30. Etwas üben und wieder rein, bevor es wieder zu viel wurde. Anschliessend gönnten wir uns einen freien Nachmittag. Auf Donnerstag und Freitag wurde abflauender Wind versprochen.
Es war wirklich weniger windig, fast schon ruhig früh am Do-Morgen. Kein Heulen mehr in den Masten. Fast alle liefen aus und probierten auf ihrem Niveau. Der Wind nahm wie die vergangenen Tage gehabt zu, aber nicht ganz so stark. Nach und nach verabschiedete sich ein Team nach dem anderen zum Mittagessen. Am Nachmittag gingen nur noch 3 Teams raus. Ihre Fortschritte bei Starkwind wurden später beim Debriefing offensichtlich. Eben: Jede Stunde zählt.

Die Hoffnung für einfachere Bedingungen lag noch auf dem Freitag. Es sollte nun für alle passen. Beim Rauskreuzen kam sogar das leichte Gefühl auf, dass es auch ein bisschen mehr sein dürfte… Das schien der Tramontana gemerkt zu haben. Zuerst schickte er ein paar sehr harte Dreher zum Aufwecken, dann ballerte er mit 30kn los. Aber man hatte ja geübt und alle schafften die Hafeneinfahrt. Am Nachmittag flaute es wirklich ab und es reichte nochmals für eine gute Stunde Bojenrunden.

Tim und Malcom hatten ein adäquates Augenmerk auf die Sicherheit der Gruppe auf dem Wasser. Da selten alle gleichzeitig draussen waren, war das mit 2 Motorbooten möglich. Sie waren immer zur Stelle, wenn es brenzlig erschien. Sie pushten etwas, aber nicht alle und fein dosiert. Danke!
Auch wenn die Zeit auf dem Wasser eher kurz ausfiel, intensiv war das Training und wird für die kommende Saison sehr nützlich sein. Nach dem durchwegs leichten Wind im Training vom vergangenen Jahr war es heuer wie zum Ausgleich mehrheitlich stürmisch. Es wird sich aber immer lohnen, wieder dabei zu sein.
Restaurants in Port Camague selber blieben während der Woche mehrheitlich zu. Da am Nachmittag aber häufig nicht gesegelt werden konnte, waren Ausflüge in die näheren Orte kein Problem und man fand leicht etwas zu beissen. Die UCPA bewährt sich weiter sehr gut: Angenehme Zimmer, gute Infrastruktur, gutes und abwechslungsreiches Essen. Danke François und Christina fürs Organisieren und François fürs extra Vorbeikommen und zum Rechten schauen.
